
Kongresshotel: Dezenter Nachbar des Mollerbaus feiert – In Betrieb seit Dezember
Den Nachbarn bloß nicht die Schau stehlen: Das scheint ein Prinzip des neuen Welcome-Hotels am Karolinenplatz zu sein. Die Fassade wurde bis zur Unscheinbarkeit dezent gestaltet, um neben Mollerbau und Landesmuseum den Hintergrund zu zieren. Auch dem modernsten Nachbarn am Platz kommt das Hotel nicht ins Gehege: Mit gebührendem Abstand, 54 Tage nach dem feierlichen Start des Darmstadtiums, ist gestern das Welcome-Hotel offiziell eröffnet worden. Reine Formsache, denn übernachtet wird im neuesten Drei-Sterne-Haus Darmstadts schon seit Anfang Dezember.
Gestern wurde die Eröffnung des Hotels mit Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kultur gefeiert. Auch Oberbürgermeister Walter Hoffmann war gekommen, um zu gratulieren. Er lobte die kurze Bauzeit von der Grundsteinlegung im Juli 2006 bis zur Fertigstellung im Dezember 2007: „Da sage noch jemand, in Darmstadt würde nicht zeitnah gebaut.“ Hoffmann betonte, wie gut sich Kongresszentrum und -hotel ergänzen – „wie Töpfchen und Deckelchen.“
16 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Mit 208 Zimmern ist das Haus das bislang größte von 14 Hotels im Portfolio der Welcome-Gruppe, die zum Warsteiner-Konzern gehört. Im Geschäftsjahr 2007 erwirtschafteten die Welcome-Hotels nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 37,3 Millionen Euro. Für 2008 sei ein Umsatz von 45,7 Millionen Euro geplant, heißt es auf der Homepage. Ein Teil davon soll in Darmstadt entstehen. Seit dem „Soft Opening“, wie die Betreiber die heimliche Eröffnung im Dezember nennen, sei der Zuspruch gut, sagte Hoteldirektor André Schulz. „Von Woche zu Woche verzeichnen wir einen Belegungszuwachs. Vor allem nach dem Ende der Schulferien haben wir einen richtigen Schub bekommen“, freut sich Schulz.
Auch Hans Jürgen Braun, Vorstand des Bauvereins, zeigte sich in Feierlaune. Es habe zwar während der Planungsphase heftige Diskussionen um das Projekt und den Standort gegeben („wie üblich in Darmstadt“), doch dieser Prozess sei schnell überwunden worden, sagte Braun. Heute seien noch Details auszuarbeiten, etwa die Belegung von Räumen im Darmstadtium durch das Welcome-Hotel, aber Hotel und Kongresszentrum seien eine Einheit – verbunden nicht nur durch den unterirdischen Tunnel.
Mit 150 000 zusätzlichen Gästen im Jahr, die das Kongresszentrum nach Darmstadt locke, rechne man, sagte Walter Hoffmann. „Wenn davon nur ein Teil hier bucht, werden Sie gute Zahlen haben.“ Bei einem Rundgang hatte er sich vor einigen Tagen von den Vorzügen des neuen Hauses überzeugt: „Vor allem gefällt mir die Terrasse des Cafés Moller. Sobald da im Sommer die Stühle draußen stehen, bin ich einer der ersten Besucher.“
www.welcome-hotels.com
Quelle: www.echo-online.de