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Montag, 5 Mai 2008

Kneipensterben: Kluge Leserstimme in ‘Die Zeit’

Gespeichert unter: Bar, Der Gast, Gastronomie, Soziales, Wirtschaft — Thomas Hendele @ 14:09
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Wir zitieren: “Die Kneipe in unserem schottischen Dorf bietet ein trauriges Bild. Zwei Zecher sitzen schweigsam vor ihrem Bier. Alle halbe Stunde gehen sie vor die Tür und rauchen im Regen eine Zigarette. Einer unterhält sich am Handy mit seinem Freund. Der Freund sitzt daheim vorm Fernseher, qualmt nach Herzenslust im warmen Zimmer und trinkt Bier, das er im Supermarkt für 73 Cent pro Dose eingekauft hat. In der Kneipe muss man für jedes Pint fünfmal so viel über den Tresen schieben – 3 € und 60 Cent. Das Pub, die einzige Institution Großbritanniens, in der alle Klassenschranken fallen, der Ort, an dem Autoren von Chaucer bis zu Tolkien ihre Geschichten ansiedelten und erdachten, ist vom Aussterben bedroht.

Die Hälfte aller englischen Dörfer hat kein Wirtshaus mehr, offenbar zum ersten Mal seit der normannischen Eroberung 1066. Jede Woche machen 27 Kneipen dicht, ihr Bierverkauf ist seit 1979 um die Hälfte zurückgegangen. Das heißt nicht, dass weniger getrunken wird. 1979 wurden 95 % des Biers im Pub verkauft, jetzt ist es nur noch die Hälfte.

Die Ursache sind die Supermärkte, das vor zwei Jahren in Kraft getretene Rauchverbot, Steuererhöhungen – und die Gier der Wirte, die ihre Preise in unerschwingliche Höhen trieben. Im Sommer, wenn die Touristen kommen, füllt sich unsere Dorfkneipe wieder. Der Wirt hat sie freilich schon längst in einen ‘Gastropub’ verwandelt, in dem die Besucher fein essen und feine Weine trinken. Die zwei Einheimischen stehen in einer Ecke und grummeln.”

www.zeit.de
Quelle: www.cafe-future.net

2 Kommentare »

  1. Bei uns im Lamdkreis Uelzen, Lüneburger Heide ist das Unikum Uelzen http://www.unikum-uelzen.de eines der Letzten Gastronomien die einigermaßen Laufen trotz Rauschverbotes. Ca 10 Kneipen haben in den letzten 3 Monaten geschlossen… eine Katastophe… ob sich das einpendelt glaub ich nicht und die Regierung kann nichts rückgängig machen sonst macht sie sich unglaubwürdig..
    Traurig aber wahr….

    Gruß

    Kommentar von Stephan — Freitag, 16 Mai 2008 @ 21:36

  2. Traurig, traurig. Die EU ruft und unsere Regierung sprintet. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Was heißt denn Freie Marktwirtschaft, was ist da bitte noch frei?
    Bei uns, ein kleiner Ort im Saarland, ist nun Krieg. Kneipe gegen Kneipe, jeder zeigt jeden an. Die einen halten sich an das Gesetz, andere versuchen es zu umgehen, aber da haben Sie die Rechnung ohne die Konkurrenz gemacht und nun………..?
    Einige werden dieses unsinnige Gesetz nicht überleben, wenn ich Einige schreibe, meine ich eigentlich mindestens die Hälfte aller Kneipenwirte. Raucher gehen nicht mehr weg! Dafür bleiben dann auch deren Freunde aus, die eigentlich Nichtraucher sind! Was aber macht ein Kneipenbesuch aus, wenn meine Freunde, die rauchen, nicht in dieser anzutreffen sind? Dann brauche auch ich als Nichtraucher nicht dahin gehen, warum auch, ist eh keiner außer dem Wirt in der Kneipe.

    Meine lieben Verantwortlichen für dieses Gesetz:
    Nichtraucherschutz ist das eine, ganze Wirtschaftszweige zu vernichten das andere und dieses ist Ihnen bis jetzt immer gelungen, auch wie jetzt in diesem Fall, Nichtraucherschutzgesetz.

    Im übrigen, dieser scheinheilige Mist, “wir wollen ja nur die Angestellten schützen”, können Sie sich auch sonst wohin …………..! Was wollen Sie denn noch schützen? Es gibt so gut wie keine Bedienungen und Arbeitsplätze mehr, denn leider können sich Kneipenwirte, bei diesen extremen Umsatzeinbußen durch Ihr wirres Gesetz solche nicht mehr leisten.

    Man sollte schon die Wirte, die ihr ganzes Vermögen, in Ihren Kneipen gesteckt haben, selbst entscheiden lassen, welche Art von Gästen Sie bewirten möchten, denn Sie tragen auch ganz alleine das Risiko oder helfen Sie den Wirten, denen jetzt schon durch dieses undurchdachte Gesetz, das Wasser bis zum Halse steht?

    In diesem Sinn!

    Meine lieben Politiker, Sie bekommen die BRD schon noch klein, zumindest sind Sie so auf dem richtigen Weg dies zu tun! Setzen 6, mal wieder nichts aus der Geschichte gelernt.

    P.S.: Ich bin Nichtraucher und auch kein Wirt!!

    Kommentar von Roland Eckstein — Mittwoch, 16 Juli 2008 @ 8:47

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