2007 war ein gutes Jahr für die Hotellerie / Die Top 200 Einzelhotels haben ihren Erfolgskurs fortgesetzt / Und auch die Kettenhotellerie hatte einen starken Auftritt
Stuttgart - Die Hotellerie in Deutschland war im vergangenen Jahr einmal mehr erfolgreich. Schon die Top 200 Einzelhotels knüpften an die Spitzenergebnisse des WM-Jahres an und erwirtschafteten eine Umsatzsteigerung von 4,7 Prozent im Vergleich zum Boomjahr 2006 (AHGZ/Der Hotelier vom 31. Mai). Bei den Top 50 Hotelgesellschaften auf dem deutschen Markt fiel das Umsatzplus für 2007 noch höher aus: Es beläuft sich auf 8,5 Prozent. Insgesamt erwirtschafteten die 50 umsatzstärksten Hotelgesellschaften im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz von 6,27 Mrd. Euro. Der Wachstumskurs der Betriebsgesellschaften auf dem deutschen Markt ist damit im fünften Jahr in Folge ungebrochen. Und sie konnten ihre hohen Erwartungen an 2007 übertreffen. Denn vor einem Jahr hatten die Top 50 ein Wachstum von “nur” 6,3 Prozent prognostiziert. Erfreulich auch die einhellige Meinung der besten Hotelgesellschaften: 2008 wird ebenfalls gut.
Die Kennziffern zeigen: Die Manager der Hotelgesellschaften hatten den 2007er Geschäftsverlauf sehr realistisch eingeschätzt – die ausgesprochen positiven Prognosen haben sich weitgehend erfüllt. Vor einem Jahr gaben rund 85 Prozent an, ein Plus erzielen zu können, was sie auch verwirklichten. Aber: Nur ein Zehntel der Befragten ging damals davon aus, Umsatzeinbußen hinnehmen zu müssen. Tatsächlich erwirtschafteten 14,6 Prozent der Gesellschaften ein Minus.
Die Anzahl der betriebenen Hotels hat auch dieses Mal zugelegt, und zwar um 2,0 Prozent auf 1307. Die Zimmerzahl nahm um 7,2 Prozent zu, die durchschnittliche Anzahl der Zimmer um 5,2 Prozent auf 119,6 Zimmer pro Hotel. Auch bei der durchschnittlichen Zimmerbelegung gab es positive Veränderungen: Sie legte um 1,5 Prozent auf 64,3 Prozent zu. Erfreuliche Nachrichten gibt es auch von der hart umkämpften Preisfront. Die Top 50 haben ihren durchschnittlichen Zimmernettopreis um 2 Euro auf 85,90 Euro angehoben. Positiv hat sich auch die Mitarbeiteranzahl entwickelt. Mehr als die Hälfte der Gesellschaften stellte neue Mitarbeiter ein (Vorjahr: 43,9 Prozent). In mehr als einem Drittel der Betriebe ist die Mitarbeiterzahl gleichgeblieben, und lediglich bei 7,5 Prozent der Befragten ist sie gesunken. Das deckt sich mit dem Vorjahreswert. Damals gaben 7,3 Prozent der Betriebe an, weniger Mitarbeiter zu beschäftigen.
Die Ergebnisse des Rankings belegen auch die regelmäßigen Untersuchungen des AHGZ-Barometers, das regelmäßig im Auftrag der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung von MKG Hospitality/Hotelcompset ermittelt wird. Demnach steigerte sich der RevPar (Erlös pro Zimmer) kumuliert über zwölf Monate in der Kettenhotellerie im Mai um 2,9 Prozent auf rund 61 Euro (AHGZ vom 12. Juli). Dass die Top 50 ihren im WM-Jahr begonnenen Wachstumskurs fortsetzen, spiegelt sich auch in dem wichtigsten Indikator für die Lage der Branche wider – der Frage nach der Gewinnsituation. Die Antworten fallen ähnlich positiv wie im vergangenen Jahr aus. Rund ein Viertel der Befragten freut sich über “sehr gute” Erträge (Vorjahr: 23,8 Prozent). Wie im Jahr zuvor bezeichnet mehr als die Hälfte der Befragten ihre Gewinne als „gut“. Rund 20 Prozent finden ihre Ertragssituation als “noch zufriedenstellend” – ähnlich wie im Vorjahr. Während im vergangenen Jahr keine Gesellschaft ihre Gewinne als “schwach” oder “schlecht” beurteilte, gaben in der aktuellen Umfrage immerhin 4,9 Prozent an, “schwache” Erträge erwirtschaftet zu haben.
Zum 20. Mal zeigt die Top-50-Liste präzise die Situation der Hotelgesellschaften in Deutschland auf. Die Gruppen wurden komplett aufgelistet, wobei es keine Rolle spielt, ob die Hotelbetriebsgesellschaften eines oder 300 Häuser kontrollieren. Die erhobenen Daten beruhen auf Eigenangaben der Gesellschaften. Schätzwerte sind die Ausnahme und werden auf der Basis zuverlässiger Marktindikatoren erstellt. Das Ranking ist keine Rangliste der auf dem deutschen Markt vertretenen Hotelmarken, sondern eine Liste der umsatzstärksten Hotelbetriebsgesellschaften.
Dazu zählen auch Franchiseunternehmen wie Best Western Hotels Deutschland, Golden Tulip oder Choice Hotels Franchise GmbH (Die Gesellschaft wurde 2006 aufgesplittet. Daher fehlen die Angaben für dieses Jahr.). Im Ranking finden sich die Gesamtumsätze der Dachgesellschaften. Die Ergebnisse der einzelnen Marken sind in der Spezialauswertung auf Seite 5 aufgelistet.
Wie in den vergangenen drei Jahren wird die ArabellaStarwood Hotels & Resorts GmbH mit Sitz in München extra aufgeführt (Rang 13). Der Umsatz von 165,7 Mio. Euro der 19 ArabellaStarwood-Betriebe in Deutschland ist sowohl extra als auch im Gesamtumsatz des Joint-Venture-Unternehmens Starwood Hotels & Resorts Worldwide von 348,2 Mio. Euro gelistet. Das Gleiche gilt für Le Méridien Hotels Deutschland GmbH, die für 2007 keine Umsatzangaben gemacht hat. Die Zahlen der nunmehr sechs Betriebe in Deutschland (ein Hamburger Haus wurde abgegeben) sind auch im Umsatz von Starwood berücksichtigt.
Erstmals gelistet ist die Neue Dorint GmbH. Im vergangenen Jahr erschien der Gesamtumsatz der ehemaligen Dorint AG, die in die Neue Dorint GmbH und The New Gen Hotels AG aufgeteilt wurde, komplett bei den Umsatzwerten der Accor Hotellerie Deutschland GmbH. Aus diesem Grund steht bei der Münchner Gesellschaft nun auch ein Minus vor der Umsatzentwicklung. Ohne die Umsätze der Dorint-Hotels purzelte der Umsatz von 993,4 Mio. Euro auf 823,0 Mio. Euro. Rechnet man Dorint heraus, hat auch Accor ein Plus zu verzeichnen.
Die Big Player
Den ersten Platz im Ranking musste die Accor Hotellerie Deutschland GmbH aber trotz des Minus’ nicht aufgeben. Der neue Accor-Deutschland-Chef Marc Hildebrand dürfte die größte Hotelgesellschaft Deutschlands auch mit der neuen First-Class-Marke im Kongress- und Tagungssegment Pullman und im 2-Sterne-plus-Bereich mit der neuen Marke All Seasons weiter ausbauen.
Auf dem zweiten Platz steht wieder die InterContinental Hotels Group. Mit einem Plus von 5,8 Prozent beläuft sich der Gesamtumsatz der 65 Hotels in Deutschland auf 576,8 Mio. Euro. Und die Gesellschaft soll weiter wachsen. “Die Zielsetzung der InterContinental Hotels Group (IHG) für den deutschen Markt ist der Wunsch nach einer stärkeren Präsenz. Das heißt, in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine Verdreifachung der verschiedenen IHG-Brands zu entwickeln”, berichtet Willy Weiland, Director of Operations der IHG. Bei der Expansion stehen laut Weiland die Marken Crowne Plaza, Holiday Inn und Holiday Inn Express sowie Staybridge Suite und Indigio Hotels im Vordergrund (AHGZ vom 5. Juli).
Erneut auf Platz drei ist die Best Western Deutschland GmbH mit Sitz in Eschborn. Insgesamt zählt das Portfolio acht Häuser mehr als 2006. Der Umsatz wuchs um 7,2 Prozent auf 467,7 Mio. Euro. Die Devise von Best-Western-Geschäftsführer Marcus Smola, der Anfang des Jahres Gabriele Schulze abgelöst hat, für die nächsten Jahre lautet: “Qualität, Qualität, Qualität.” Er will die Marke Best Western sowohl bei den Gästen als auch bei den Hotels “stets zur ersten Wahl” machen und das Profil der Marke weiterhin konsequent schärfen.
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